
6 Diskussion
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auch für die an der Bereitstellung des DMSe beteiligten Gene der Proteine SdmA
und SdmC gilt, bleibt eine offene Frage.
Es ist vorstellbar, dass die Induktion der Transkription der Gengruppe sdmABC nicht
durch das Substrat DMSe selbst erfolgt, denn dieses wird auch zur Detoxifikation bei
hohen Selenat- oder Selenitkonzentration von zahlreichen Organismen gebildet. Eine
gleichzeitige Erschließung des DMSe würde dann der Detoxifikation entgegen
wirken. Aus diesem Grunde stellt das DMSe vermutlich nur ein alternatives
Selensubstrat dar, auf das immer dann zurückgegriffen wird, wenn andere
Selenverbindungen nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Das Corrinoid-Protein SdmA und die Methyltransferase SdmC sind an der
Erschließung des Dimethylselenids beteiligt
In einem Vergleich von SdmA zu verschiedenen Corrinoid-Proteinen wurden
Sequenzidentitäten zwischen 35 und 45 % festgestellt. Die Aminosäuresequenz von
SdmA weist zudem ein Motiv mit der Sequenz Asp
104
-X-His
106
-X-X-G
109
-X
n
-Ser
151
-X-
Leu
153
-X
n
-Gy
182
-Gly
183
auf, das als Cobalamin-Bindemotiv vorgeschlagen wurde
(Marsh & Holloway, 1992). Das Motiv Asp-X-His-X-X-Gly-X
41-42
-Thr/Ser-X-Leu-X
24-
28
-Gly-Gly kommt in einer Reihe anderer Corrinoid-abhängiger Enzyme, wie z.B. in
der Cobalamin-abhängigen Methionin-Synthase MetH aus E. coli (Banerjee et al.,
1989), der Methylmalonyl-CoA-Mutase aus Propionibacterium shermanii (Marsh et
al., 1989), der Glutamat-Mutase aus Clostridium cochlearium (Zelder et al., 1994)
und in MtaC aus M. barkeri (Sauer & Thauer, 1998), vor. Die Methyltransferasen
SdmB und SdmC aus M. voltae sind auf Aminosäureebene untereinander zu 66 %
identisch. Zu anderen Methyltransferasen aus Methanosarcina haben sie
Sequenzidentitäten zwischen 22 und 25 %. Dort sind diese in der methylotrophen
Methanogenese an der Übertragung der Methylgruppen auf den Akzeptor
Coenzym M beteiligt (Burke & Krzycki, 1995; Burke & Krzycki, 1997). Es ist
erwähnenswert, dass die gefundenen Übereinstimmungen nicht besonders hoch
sind, jedoch zeigen die im Vergleich dargestellten Sequenzen, beispielsweise aus
M. barkeri, nicht nur gegenüber den Sequenzen aus M. voltae, sondern auch
untereinander geringe Übereinstimmungen. So zeigt MtbA eine Identität von nur
36 % zu MtaA und von 31 % zu MtsA. Das Protein MtaA ist nur zu 27 % identisch
mit MtsA.
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